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41 B Mgt

Eine Unterlagsrebe (auch Teleki 41 B); siehe dort.

Bezeichnung für den Unterteil bzw. Wurzelstock eines gepfropften Rebstocks, der von einer reblausresistenten Amerikaner-Rebe stammt. Bei der Veredelung wird auf diese das Oberteil (Edelreis) von europäischen Rebsorten der Spezies Vitis vinifera aufgepfropft. Der Hauptgrund für eine solche Pfropfung ist die geringe Anfälligkeit bzw. Resistenz der Wurzeln von amerikanischen Wildarten gegen die unterirdischen Stadien der Reblaus, bzw. gegen die durch den Reblausbefall an den Wurzeln gebildeten Nodositäten und Tuberositäten (Wucherungen). Bezüglich Weinbau-Eignung müssen Unterlagsrebsorten zudem weitere züchterische Voraussetzungen erfüllen.

Das sind geringe Anfälligkeit gegen beide Mehltauarten, geringe Neigung zu Chlorose, große Widerstands-Fähigkeit gegen Bakterien und Viren, gute Holzstruktur und Holzreife, gute Adaption (Verträglichkeit) an verschiedenartige und schwierige Bodentypen wie zum Beispiel trockener Boden oder Kalkboden, gute Aufnahme der Nährstoffe aus dem Boden, sowie gute Pfropfaffinität zur aufgepfropften Rebsorte ohne die Förderung des Verrieselns. Ein gutes Verwachsen der beiden artfremden Gewebe an der Pfropfstelle und die harmonische Abstimmung der Wuchseigenschaften der aufgepfropften Rebsorte mit denen der Unterlagssorte gewährleisten in der Regel eine gute Triebwüchsigkeit und Traubenqualität bei gleichmäßig hohen Erträgen des Rebstocks.

Unterteil (Wurzelwerek) und Oberteil (Edelreiser)

Der weitaus überwiegende Teil der in europäischen Ländern verwendeten Unterlagen sind Abkömmlinge der drei amerikanischen Wild-Spezies-Kreuzungen Vitis berlandieri x Vitis riparia, Vitis riparia x Vitis rupestris und Vitis berlandieri x Vitis rupestris. Entscheidend trugen dazu die bahnbrechenden Forschungen des US-Botanikers Thomas Volney Munson (1843-1913) bei. Eine 1989 zugelassene Unterlage mit vollkommener Reblaus-Resistenz wurde von Dr. Helmut Becker (1927-1990) aus einer Kreuzung Vitis riparia x Vitis cinerea kreiert. Er benannte sie nach dem deutschen Önologen Dr. Carl Börner (1880-1953). Nicht jede Unterlagssorte ist für die verschiedenen Bodentypen, Standort-Bedingungen, Edelsorten und Wuchsanforderungen gleich geeignet.

Deshalb gibt es behördliche Empfehlungen, welche Unterlage mit welcher Rebsorte (Oberteil) auf welchem Boden am besten harmoniert und die erforderlichen Ergebnisse bringt. Die Stecklinge der meisten Unterlagssorten wurzeln ohne Probleme, am besten jedoch bewurzeln sich immer noch die Schnittlinge der europäischen Weinrebe Vitis vinifera. Deshalb sollte der europäische Anteil eines gepfropften Reben-Stecklings nicht in den Boden eingegraben werden. Die Unterlagssorten mit Einkreuzungen von Vitis cinerea var. helleri (bekannter unter altem Namen Vitis berlandieri) oder Vitis champinii bewurzeln sich erfahrungsgemäß schlecht, so dass die Stecklingsenden mit dem Wachstumshormon Auxin bestrichen werden, um die Wurzelbildung zu induzieren.

Genauso wie Qualitätswein-Rebsorten werden auch Unterlagsreben von den Landes-Behörden zugelassen bzw. klassifiziert (dies kann auch per Weinbaugebiet unterschiedlich sein). Einige (latente) Rebstock-Krankheiten (siehe auch unter Rebstock-Feinde) können bei der Pfropfung und Stecklings-Vermehrung in großem Umfang weiterverbreitet werden, wenn zum Beispiel mit Viren oder Bakterien infiziertes Pflanzen-Material (Unterlage oder Edelreis) verwendet wird. Die Auswirkungen werden häufig erst bei älteren Stöcken sichtbar. Deshalb ist die Verwendung möglichst gesunden, virusfreien Pflanzmaterials in der EU gesetzlich vorgeschrieben. Diesbezüglich muss ein Nachweis durch ein standardisiertes Verfahren erfolgen (siehe unter...

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