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Brand

Bezeichnung für eine Spirituose, die ausschließlich durch alkoholische Gärung und Destillation einer frischen fleischigen Frucht oder des frischen Mosts dieser Frucht (mit oder ohne Steine), von Beeren oder von Gemüse gewonnen wird. Die Verkehrsbezeichnung lautet Brand unter Voranstellung der Bezeichnung des Ausgangsproduktes wie zum Beispiel Apfelbrand, Birnenbrand (Williams nur bei Verwendung dieser Birnenart), Feigenbrand, Kirschbrand (oder Kirsch), Mirabellenbrand, Pfirsichbrand, Pflaumenbrand (oder Slibowitz), Traubenbrand, Vogelbeerenbrand und Wacholderbeerenbrand. Die umgangssprachliche Bezeichnung Edelbrand hat keine rechtliche Bedeutung und bedeutet weder herstellungstechnisch noch qualitativ einen Unterschied.

Ein Obstbrand kann auch unter Voranstellung des Namens der verwendeten Frucht als Wasser, wie z. B. Kirschwasser bezeichnet werden. Der Zusatz von Alkohol ist nicht zulässig. Bestimmte Früchte können eine zu geringe Alkoholausbeute ergeben. Diesen darf bei der Gärung bis zu maximal 20 Liter Ethanol landwirtschaftlichen Ursprungs oder ein Destillat derselben Frucht je 100 Kilogramm der Frucht zugesetzt werden. Nach entsprechender Entwicklungszeit wird die Maische einer Destillation unterzogen. Das sind vor allem Beerenfrüchte wie Brombeeren, Erdbeeren, Hagebutten, Heidelbeeren, Himbeeren, Holunder, Johannisbeeren, Vogelbeeren und Weintrauben. Diese dürfen auch als Geist in Verbindung mit dem Namen des Rohstoffs, wie z. B. Himbeergeist bezeichnet werden. Die Destillation muss zu weniger als 86% vol erfolgen, um das Aroma der destillierten Ausgangsstoffe zu bewahren. Der Mindest-Alkoholgehalt beträgt 37,5% vol. Es darf kein Aromatisieren erfolgen. Bei Steinobstbränden kann durch die Blausäure der Steine eine relativ hohe Menge des problematischen Stoffes Ethylcarbamat gebildet werden.

Aus Wein und verschiedenen Nebenprodukten bei der Weinbereitung werden ebenfalls Brände erzeugt. Das sind Hefebrand (Gärungsrückstände), Traubenbrand (Traubenmaische), Tresterbrand (Pressrückstände) und Weinbrand (Wein). In Frankreich und Luxemburg ist für Brände die Bezeichnung Eau-de-vie üblich.

Komplette Aufstellungen der zahlreichen Vinifikations-Maßnahmen bzw. Kellertechniken, sowie der verschiedenen weingesetzlich geregelten Wein-, Schaumwein- und Destillat-Typen sind unter dem Stichwort Weinbereitung enthalten. Umfassende weinrechtliche Informationen gibt es unter dem Stichwort Weingesetz.

Weltweit größte Weinwissens-Datenbank, gemacht mit von unserem Autor Norbert Tischelmayer.

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