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Granit

Siehe unter Bodentyp.

Neben Klima, Rebsorte einer der wichtigsten Einflussfaktoren für die Weinqualität. Die verschiedenen Bodentypen haben sich in Jahrmillionen durch physikalische und chemische Verwitterung von Gesteinen sowie durch Humifizierung organischer Stoffe herausgebildet (siehe auch unter Geologie). Bei der physikalischen Verwitterung bewirken Naturgewalten wie Wind, Wasser, Hitze, Kälte und Eis zunächst die mechanische Zerkleinerung der Gesteinsformationen in Gerölle und Schotter. Dabei spielen starke Temperaturgegensätze, Reibungs- und Scherkräfte sowie die Frostsprengung durch gefrorenes Wasser in Gesteinsklüften eine wichtige Rolle. Chemische Verwitterungsprozesse wie Oxidation, Lösungsprozesse und Säureattacken greifen die mineralische Gitterstruktur der Gesteine an. Dabei werden leicht wasserlösliche Mineralien wie Carbonate und Sulfate zuerst aufgelöst, das Gestein zerfällt langsam zu Grus, Sand, Schluff oder Ton. Jedes Gestein, auch der härteste Granit oder Quarz wird irgendwann einmal zu Staub zerfallen, wenn es auch viele Jahrmillionen dauert.

Organische Substanzen aus Pflanzenresten, tierischen Rückständen von Würmern, Insekten und Kleintieren aller Art sowie abgestorbene Mikroorganismen wie zum Beispiel Algen, Bakterien und Pilze werden in Humus umgewandelt. Dabei werden die für das Pflanzenwachstum essentiellen Stickstoffverbindungen (Nitrat, Ammonium) sowie auch andere Nährstoffe freigesetzt. Bei der Zersetzung organischer Rückstände wie Holz, Blätter, Wurzeln oder Tierleichen spielen Pilze und Bakterien die Hauptrolle. Insekten wie zum Beispiel Bodenmilben sind wegen ihrer zerkleinernden Frassaktivitäten wichtig. Regenwürmer sind entscheidend bei der Bodenlockerung, Durchmischung und der Bildung von stabilen Ton-Humus-Komplexen beteiligt, die im Regenwurmdarm gebildet und als Kot ausgeschieden werden. Diese tragen zur Strukturstabilität des Bodens bei und können leicht wasserlösliche Nährstoffe binden und so länger für die Pflanzen verfügbar machen.

Die Bodenhorizonte A, B und C

Jeder Boden besteht aus Bodenhorizonten (Bodenschichten) mit speziellen Eigenschaften. Sie liegen fast immer horizontal und sind im Bodenprofil (Vertikalschnitt des Bodens in einer Aufgrabung) erkennbar. Die Abfolge ist das wesentliche Kriterium für die Ermittlung des Bodentyps. Von oben nach unten ist ein Boden gegliedert in einen Organischen Bodenhorizont oder auch H-L-O-Horizont (Torf aus Pflanzenresten, Streu) und einen dreigeteilten Mineralischen Horizont. Das sind A-Horizont (mineralischer Oberboden mit belebter, humusreicher Schicht), B-Horizont (mineralischer Unterboden mit humusarmer Schicht mit bereits chemisch zu Sand, Schluff oder Ton verwittertem Feinboden) und C-Horizont (wenig verändertes Ausgangsgestein mit physikalischen Verwitterungen). Durch tiefe mechanische Bodenbearbeitung werden Horizonte durchmischt. Je nach Klima und Erosions-Einwirkung kann der A- oder B- Horizont auch fehlen oder nur marginal ausgebildet sein.

In einem Weingarten sind die Horizonte durch Bodenbearbeitung in der Regel bereits vermischt worden. Gesteinsuntergrund, Ausgangsboden, Bodenbearbeitung, Düngung sowie Wasserhaushalt mit einem ausgewogenen Verhältnis zwischen dem Wasserspeicherungs-Vermögen und dem Wasserabzug prägen neben dem lokalen Klima (Kleinklima oder Lagenklima) den Standort Weinberg und geben jeder Weinbergslage den typischen und unverwechselbaren Charakter der Herkunft. Die Dauer des Vegetationszyklus, die Ausrichtung der Exposition (Sonneneinstrahlung) und das lokale Lagenklima am Hang, die vorhandenen Bodenverhältnisse, der Humus- und Kalkgehalt und die Wasserversorgung beeinflussen die Wahl der am besten geeigneten Rebsorten.

Der Begriff Terroir

Der bekannte Geologe und Weinbuch-Autor James E. Wilson schreibt in seinem Buch „Terroir - Schlüssel zum Wein“ treffend: „Der Boden ist die Seele der Weinrebe“. Allerdings dürfte der unmittelbare Bezug von Gestein, Rebsorte und Weincharakter heute durch die einheitliche Benutzung oft flach wurzelnder Unterlagen bei starker Mineraldüngung und dem Einsatz neuer weinbaulicher Kellermethoden nur noch marginal ausgeprägt sein. In den früher nur sparsam und meist organisch gedüngten Weinbergen mit ihren alten, wurzelecht gepflanzten und häufig tief ins Gestein wurzelnden Rebstöcken kam diese Beziehung sicher viel stärker zur Geltung.

Besonders die Franzosen haben die Bedeutung des Zusammenspiels von Klima-Gestein-Boden-Lage-Kleinklima und Rebsorte schon sehr früh erkannt und dieses in der Schaffung des Begriffs Terroir sozusagen zu ihrer Philosophie erhoben. Das Terroir mit den dafür geeigneten Rebsorten wird bei der Klassifizierung der Weinbaugebiete als Appellation d’Origine Protégée (AOP) weingesetzlich definiert. Dies ist ein klarer Unterschied zur Philosophie zum Beispiel in Deutschland und Österreich, wo nicht der Lage, sondern hauptsächlich der Rebsorte und den daraus gewonnenen, rebsortenreinen Jahrgangsweinen große (zuviel) Bedeutung beigemessen wird.

Bodentyp als Kriterium für das Terroir

Die Zusammensetzung des Bodens

Von großem Vorteil ist es, wenn der Rebstock seine Wurzeln möglichst tief in das Erdreich bohren muss. Durch die Fähigkeit von Böden als Ionenaustauscher zu fungieren, also Nährsalze in der Bodenlösung gegen die von der Pflanze abgegebenen Protonen (H+) und Anionen (OH-) auszutauschen, wird die Versorgung der Wurzeln mit essentiellen Nährstoffen und Spurenelementen überhaupt erst ermöglicht. Die aufgenommenen Mineralstoffe finden sich im Gesamtextrakt eines Weines wieder. Der Rebstock benötigt rund zwanzig essentielle Spurenelemente und die Hauptnährstoffe, um optimal gedeihen zu können. Als Dauerkultur ist er weniger auf fruchtbare Böden angewiesen wie einjährige Kulturpflanzen. Es gibt nicht selten Lagen mit sehr kargen Böden, auf denen hochwertige Weine wachsen. Das bedeutet aber nicht, dass die Weinqualität umso besser ist, je weniger Nährstoffe im Boden zur Verfügung stehen.

Ein Mangel an Stickstoff und Aminosäuren im Most kann die Hefen bei der Gärung behindern und Gärfehler verursachen. Unter anderem kann sich das durch den Weinfehler UTA (untypischer Alterston) äußern. Vielmehr sind die harmonische Zusammensetzung der Nährstoffe im Boden, die Wasser- und Nährstoffverfügbarkeit sowie der Aggregatzustand und die Durchwurzelbarkeit von Bedeutung für die Eignung eines Bodens für den Weinbau. Durch Pflanzen- oder Boden-Tests mittels EUF-Methode kann ein Mangel an Nährstoffen erkannt und ggf. durch Düngung behoben werden. Eine umfassende Einstufung bzw. die Feststellung der Bodenqualität für eine landwirtschaftliche Nutzung im Allgemeinen bzw. auch speziell für Weinbau erfolgt mittels Bonitur.

Auf kalkreichen Böden mit pH-Werten über 8 erschwert der hohe Kalzium-Anteil im Boden die Aufnahme anderer zweifach positiv geladener Ionen wie Stickstoff-Verbindungen, Magnesium oder die Spurenelemente Bor, Eisen, Mangan oder Zink, so dass Kalk-Chlorosen oder andere physiologische Mangelerscheinungen auftreten können, selbst bei normalerweise ausreichenden Nährstoffgehalten im Boden. Besonders zu Beginn des Wachstumszyklus sollte der Stickstoffgehalt (in Form von Nitrat und Ammonium) im Boden ausreichend sein. Als Grundregel gilt, dass basische (alkalische) Böden mit hohem pH-Wert über 8 (zum Beispiel Kalk-, Kreide- und Mergelböden mit zumeist hohem Anteil an Kalzium und Magnesium) Weine mit höherem Säuregehalt ergeben, während saure Böden mit niedrigen pH-Werten unter 6 bis 4 (zum Beispiel Granit, Quarzsand) Weine mit geringeren Säuregehalten bewirken. Versuche mit gesteigerten Kalium-Gaben haben gezeigt, dass Reben mit einer erhöhten Äpfelsäure-Produktion reagieren. Um den erhöhten Einstrom positiver Kalium-Ionen auszugleichen, produziert die Pflanze negativ geladene Säure-Anionen (Äpfelsäure). Jedoch tragen (unabhängig von den jahrgangs- bzw. reifebedingten Säurewerten) selbstverständlich auch andere Ursachen zum Säuregehalt im Wein bei.

Ein guter Weingarten-Boden sollte eher mager, mittel- bis tiefgründig, gut durchlüftet, wasserdurchlässig und nicht verdichtet, gehaltvoll aber nicht zu fett, nicht zu humusreich aber reich an mineralischen Komponenten sein. Die besten Lagen sind so genannte Hanglagen, weil dadurch im Spätsommer ein fast senkrechter Einfallswinkel für die Sonnenstrahlen entsteht, und somit das Maximum an Einstrahlung ausgenutzt werden kann. Die beste Lage am Hang ist die windberuhigte konkave Mitte (Bauch, Nabel, Niere), wo die höchsten Temperatursummen erreicht werden und der Boden meist gut durchlässig ist. Auch die Bodenfarbe spielt eine wichtige Rolle, denn dunkle Böden absorbieren die Wärme der Sonne schneller und umfassend, während helle Böden Licht reflektieren, so dass sich solche Böden nicht so schnell und nicht so stark erwärmen. Die Eignung eines Gebietes für den Weinbau nennt man Weinbauwürdigkeit, die anhand eines Kriterienkataloges bestimmt werden kann.

Die Bodenarten (Albarese bis Vulkangestein)

Bodentyp -  Sand, Geröll, Gras, Erde

Alberese: Italienische Bezeichnung für den zum Beispiel in den besten Chianti-Gebieten vorkommenden verwitterten Sandstein (siehe auch unter Galestro).

Alluvium/Alluvion (Schwemmlandboden): Durch Wasser angeschwemmtes und abgelagertes Schwemmsediment. Die geologische Bezeichnung für das Anschwemmen ist „fluviatil“. Alluvium ist auch ein anderer Name für das Holozän, das jüngste und seit Ende der letzten Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren bis heute andauernde Erdzeitalter. Alluvialböden sind zumeist feinkörnige, sehr fruchtbare Bodentypen, die im Überschwemmungs- und Mündungsbereich von Flüssen entstehen. Sie bestehen aus herangespülten und bei Wasserberuhigung absedimentierten Bodenteilchen.

In Abhängigkeit von der Sinkgeschwindigkeit der im Wasser mitgeführten Bodenteilchen und der Fließgeschwindigkeit des Hochwassers bestehen sie aus tonigem Schlamm, Schlick, Sand oder im unmittelbaren Uferbereich mit hohen Abfließgeschwindigkeiten und starker Erosionsdynamik aus Kies und Geröllen. Trotz überwiegend steiniger und sandiger Beschaffenheit, wie zum Beispiel im französischen Médoc, sind diese Böden für den Weinbau sehr gut geeignet. Das Geheimnis der dortigen Lagen sind die während verschiedener Hochwässer abgelagerten und mit Sand und Schotter überdeckten Tonlinsen im Inneren der alluvialen Schotterterrassen, die Wasser speichern können. Solche Tonschichten werden von den Rebwurzeln förmlich gesucht.

Amphibolit: Zumeist schwarz über grau bis dunkelgrünes Gestein, das durch die metamorphe Umwandlung von Basalt (siehe weiter unten) unter hohen Druck- und Temperaturbedingungen entstanden ist. Es besteht bis zu 50% aus Vertretern der Amphibolgruppe wie zum Beispiel Hornblende (siehe weiter unten) oder Tschermakit, sowie bis 40% aus anderen Mineralen wie Granat und Quarz, sowie Erzen wie Magnetit und Pyrit.

äolisch: Nach dem griechischen Windgott Äolus benannte, vom Wind verursachte Erscheinungen. Durch einen äolischen Transport wird Feinmaterial wie Löss, Silt (Schluff) oder Ton aus dem Ausgangsstoff wie Lockergestein ausgelöst und durch den Wind über größere Entfernungen transportiert. Unter äolischer Verwitterung versteht man das Abtragen von Gestein durch vom Wind bewegte Sandkörner, Feinkies usw. mit dem Effekt eines Sandstrahlgebläses. Dadurch entsteht ein äolischer Verwitterungsboden.

Arkose: Der geologische Begriff beschreibt einen rosa bis rötlichen, grobkörnigen Sandstein mit hohem Anteil an Feldspat, der vor allem in trockenen, wasserarmen Gebieten vorkommt. Er leitet zu den grobkörnigeren Granitgesteinen über.

Auenböden: Aus Flussablagerungen entstandene Böden, die periodisch überflutet werden. Solche kommen zum Beispiel in Donau-, Mosel- und Rheinauen vor. Wenn sie nicht mehr überflutet werden, entwickeln sie sich zu Braunerden und Parabraunerden. Diese Böden sind zumeist nährstoffreich, biologisch aktiv und fruchtbar.

Basalt: Basisches Ergussgestein (erkaltete Magma) bestehend aus Feldspat, Hornblende, Olivin und Magnetit. Es enthält viel Kalk und Soda und ist reich an Mineralstoffen. Das harte, langsam verwitternde Gestein bildet gute Böden und ergibt Weine mit ansprechender Säure.

Bims (Bimsstein, Bimstuff): Das poröse, glasige Vulkangestein entsteht durch gasreiche vulkanische Eruptionen, bei denen die Lava durch Wasserdampf und Kohlendioxid aufgeschäumt wird. Es unterscheidet sich chemisch nicht von anderer Lava, ist jedoch durch die eingeschlossene Luft wesentlich leichter. Die Farbe variiert von schwarz und mit...

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