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Haltbarkeit

Allgemeiner Begriff für die in zumeist Jahren angegebene Zeitspanne, während der ein Wein ein Trinkvergnügen bzw. ohne zu starke geschmackliche Beeinträchtigung genießbar ist. Das oft verwendete verallgemeinernde Schlagwort „je älter desto besser“ ist falsch, denn das trifft nur auf Weine mit Alterungspotential zu und ist nur bei Spitzenqualitäten zu erwarten. Der Beginn ist der Vermarktungs-Zeitpunkt, der bei einfachem Rotwein und für raschen Genuss bestimmtem Weißwein auch schon die Trinkreife bedeutet. Bei Spitzenweinen gibt es als langjährigen Prozess mit 5, 10, 15 Jahren und mehr die Flaschenreifung. Irgendwann wird dann der Höhepunkt erreicht, wobei das keinesfalls „stichtagsbezogen“ zu verstehen ist, sondern eine längere Phase bedeutet. Irgendwann beginnt er „abzubauen, und ist am Lebensende schließlich ungenießbar bzw. „tot“.

Der Konsumtrend besteht jedoch heute eindeutig in Richtung schnell genussfähiger Weine (allerdings mit etwas rückläufiger Tendenz). Deshalb werden hauptsächlich solche Jungweine produziert und die Haltbarkeit hat dadurch an Bedeutung verloren (es ist aber zu bemerken, dass langsam eine Trendumkehr erfolgt). In einigen wenigen Weinführern wird eine Prognose über die Haltbarkeit bzw. den voraussichtlich besten Trinkzeitraum abgegeben; zum Beispiel von Robert Parker, sowie von der Wein-Internet-Plattform Wein-Plus (siehe dazu unter Wiederverkostung). Bei Wein kann aber nicht zweifelsfrei bestimmt werden, ob er mit einem bestimmten Alter noch genießbar ist, deshalb wäre eine Angabe über das Mindesthaltbarkeitsdatum auch nicht sinnvoll. Auch deshalb ist bei Getränken 10% vol Alkoholgehalt keine Angabe erforderlich.

Die Haltbarkeit bzw. Langlebigkeit ist ein wichtiges Kriterium für die Qualität eines Weines. In der Regel ist ein hochwertiger Wein auch langlebiger. Eine Reihe von Faktoren sind von Bedeutung, wobei aus mehreren Gründen die Voraussetzungen bei Rotweinen besser als bei Weißweinen sind. Zuerst einmal spielt der Jahrgang bzw. der Vegetationszyklus eine gewisse Rolle, der sozusagen die Basis oder das Rüstzeug liefert. Ein weiteres Kriterium ist das Potential der Rebsorte, denn bestimmte davon sind für eine Langlebigkeit besonders prädestiniert. Dazu zählen Aglianico, Baga, Chenin Blanc, Cabernet Sauvignon, Furmint, Merlot, Nebbiolo, Petit Manseng, Riesling, Sangiovese, Saperavi, Sémillon, Shiroka Melnishka, Syrah, Tannat, Tempranillo und Xinomavro. Die meisten davon sind Rotweinsorten mit kleinen, dickschaligen und damit tannin- und extraktreichen Beeren.

Ein wichtiger Faktor ist die Art der Weinbereitung. Eine Maischegärung in Holzfässern, sowie ein Fassausbau bzw. Barrique-Ausbau tragen zur Langlebigkeit bei. Höhere Anteile bestimmter Inhaltsstoffe in ausgewogenem Verhältnis wirken sich positiv aus. Alkohol, Säuren und Tannine hemmen/verhindern das Wachstum unerwünschter Mikroorganismen, Zucker sorgt für langsames Vergären und Schwefel schützt vor Oxidation. Die Langlebigkeit von Weißweinen mit hohem Zuckergehalt beweisen Trockenbeerenauslesen und Eisweine. Auch die richtige Lagerung im Weinkeller oder Weinklimaschrank mit optimaler Temperatur und Luftfeuchtigkeit spielt eine wichtige Rolle. Last but not least schützt ein dichter Flaschenverschluss vor Sauerstoff und damit Verderb, sowie eine dunkle Flaschenfarbe vor schädlichem UV-Licht und damit vor Weinfehlern.

Eine oft gestellte Frage ist, ob Schaumwein (das heißt Champagner oder Sekt) für eine längere Lagerung geeignet ist und sich so wie ein hochwertiger Stillwein weiterentwickelt. Das kann man mit „nein“ beantworten, denn in der Regel hat er den Höhepunkt ab der Vermarktung bereits erreicht. Das heißt, dass Schaumweine mit wenigen Ausnahmen möglichst rasch nach dem Erwerb getrunken werden sollten. Das ist auch der Grund, warum viele Produzenten das Datum (Jahr) des Dégorgements am Etikett anführen (siehe dazu auch unter Récemment dégorgé). Einige Produzenten erzeugen auch lagerfähige Produkte wie zum Beispiel Krug.

Weltweit größte Weinwissens-Datenbank, gemacht mit von unserem Autor Norbert Tischelmayer.

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