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Haraszthy Agoston

Porträt Haraszthy Agoston Der aus Österreich-Ungarn stammende Adelige Agoston Haraszthy de Mokesa (1812-1869) gilt als kalifornischer Weinbau-Pionier. Er trat zur Zeit der Habsburger-Monarchie mit 18 Jahren in die kaiserliche Garde in Wien ein und brachte es bis zum Oberst. Auf seinem Landgut in Ungarn beschäftigte er sich mit Weinbau und der Seidenraupen-Zucht. Im Jahre 1840 wanderte er nach Amerika aus und holte später seine Familie nach. In Wisconsin legte er den ersten Weinberg in diesem US-Staat an und gründete eine nach ihm benannte Stadt, das heutige Sauk City. Weiters betrieb er ein Dampfschiff auf dem Mississippi. Die Nachricht von den Goldfunden lockte ihn dann wie so viele in dieser Zeit im Jahre 1849 nach San Diego in Kalifornien. Hier betrieb er Grundstücks-Spekulationen und wurde ein Jahr später der erste Sheriff der Stadt. Außerdem beschäftigte sich mit Obst-, Gemüse- und Getreide-Anbau, und betrieb einen Mietstall und eine Metzgerei.

Im Jahre 1857 kaufte er nahe der Stadt Sonoma 230 Hektar Land und gründete die noch bestehende Buena Vista Winery. Mit aus Europa eingeführten 165 verschiedenen Rebsorten begann er nun, in großem Umfang Weinbau zu betreiben. Darunter war nach einer im Jahre 1885 erfolgten Behauptung seines Sohnes Arpad Haraszthy angeblich auch die Sorte Zinfandel, was sich aber in der Zwischenzeit als wahrscheinlich falsch herausstellte. Auf seinem Grundstück ließ er sechs Keller in die Sandsteinhügel treiben. In unmittelbarer Nachbarschaft gründete ein Jahr später der mit ihm befreundete Deutsche Jacob Gundlach (+1894) das 1973 als Gundlach-Bundschu reaktivierte Weingut. Haraszthy lernte auch den kalifornischen Weinbau-Pionier deutscher Abstammung Charles Krug (1825-1892) kennen und überredete diesen, im Napa Valley Weinbau zu betreiben.

Haraszthy war in der Folge sehr erfolgreich und errang mit seinen Weinen einige Preise. Im Jahre 1861 besuchte im Auftrag des kalifornischen Gouverneurs die damaligen Weinbau-Zentren in Deutschland, Spanien, Italien, Frankreich und der Schweiz und verfasste nach seiner Rückkehr den umfassenden Bericht „Grape Culture, Wines and Wine-Making“. Ein Jahr später langten von ihm bei seiner Reise ausgewählte und bestellte 100.000 europäische Stecklinge von 300 verschiedenen Rebsorten ein. Als pikantes Detail am Rande sei erwähnt, dass sich der kalifornische Senat weigerte, ihm die Reisekosten zu ersetzen. Haraszthy war der Erste, der europäische Qualitäts-Rebsorten in solchem Umfang nach Amerika einführte und in großem Stil begann, damit zu experimentieren.

Er verteilte sie in ganz Kalifornien und versuchte, die jeweils beste Rebe für die verschiedenen Böden und klimatischen Verhältnisse herauszufinden. Das war ein wichtiger Anstoß für den Weinbau in Kalifornien und viele heute angebauten Rebsorten haben ihren Ursprung in dieser Aktion. Innerhalb der nächsten sieben Jahre erweiterte er Buena Vista auf knapp 2.500 Hektar. Als er mit seinem Weingut Bankrott ging, wanderte Haraszthy nach Nicaragua aus und versuchte sein Glück mit Zuckerrohranbau und Erzeugung von Rum. Aber er konnte keinen Erfolg mehr erleben, denn kurz darauf wurde er angeblich von Alligatoren gefressen. Nach seinem Tod entstand eine Reihe zweifelhafter Legenden, sein großer Verdienst um den kalifornischen Weinbau ist jedoch unbestritten.

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