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Integrierter Pflanzenschutz

Besondere Form des Pflanzenschutzes in der Landwirtschaft bzw. im Weinbau mit der Einbindung bzw. Integration verschiedener Maßnahmen (Grundsätze und allgemeine Informationen sind im Stichwort Biologischer Weinbau beschrieben, dessen Studium als Einstimmung auf die komplexe Thematik auch empfohlen wird). Durch gut abgestimmte Kombination von wirtschaftlich, ökologisch und toxikologisch geeigneten Verfahren sollen unter Schonung der Ressourcen und unter Bewahrung der Biodiversität (Artenvielfalt) auf einer wirtschaftlich vertretbaren Weise qualitativ hochwertige Produkte erzeugt werden. Das dabei übergeordnete Ziel ist es, möglichst wenig und möglichst schonend in das ökologische Gleichgewicht einzugreifen.

Es gibt auch die Bezeichnungen IP (Integrierte Produktion/Pflanzenschutz) und/oder KIP (Kontrollierte Integrierte Produktion) und umgangssprachlich auch die definitionsmäßig ungenauen Begriffe naturnaher bzw. umweltschonender Weinbau. International ist der Begriff IPM (Integrated Pest Management) gebräuchlich. Der Integrierte Weinbau ist eine Methode für die wirtschaftliche Erzeugung von qualitativ hochwertigen Trauben, Wein und anderen Traubenprodukten. Durch Gesamtbetrachtung des „Ökosystems Weingarten“ wurden alle Maßnahmen in den Integrierten Pflanzenschutz (Integrierte Produktion) einbezogen.

Die Verwendung von chemischen, aber nützlingsschonenden Pflanzenschutzmitteln soll gezielt erfolgen und ist nach Möglichkeit durch biologische, biotechnische und mechanische Maßnahmen zu ersetzen bzw. zu ergänzen. Der Einsatz unter Beachtung der Schadensschwelle erfolgt nur dann, wenn alle anderen Verfahren nicht zum Erfolg geführt haben. Dabei werden auch die Grundsätze des Biologischen Pflanzenschutzes so weit als möglich berücksichtigt. Der früher übliche Konventionelle Pflanzenschutz mit dem Ziel einer möglichst totalen Vernichtung der Schaderreger mit zum Teil großflächiger Umweltbelastung hat damit ausgedient.

Unter besonderer Berücksichtigung pflanzenzüchterischer, biologischer, biotechnischer, sowie auch anbau- und kulturtechnischer Maßnahmen wird die Anwendung chemischer Pflanzenschutzmittel (der Insektizide bzw. Pestizide) auf das unbedingt notwendige Maß beschränkt. Damit soll eine Beschränkung der Population schädlicher Insekten erreicht, sowie das Ausbreiten von Unkräutern und Rebstock-Krankheiten verhindert werden. Die zulässigen Pflanzenschutzmittel werden jeweils spezifisch von den Ländern bzw. Bioverbänden festgelegt.

Der Pflanzenschutz beginnt aber bereits bei der Auswahl des für die Weinrebe am besten geeigneten Standortes. Weiters zählen dazu die sachgerechte Bodenbearbeitung, der Wahl des geeigneten Pflanztermins, die Verwendung von gesundem Saat- bzw. Pflanzgut bzw. gegenüber Schadorganismen resistenten Rebsorte (zum Beispiel PIWI = pilzwiderstandsfähig), sowie einer ausgewogenen organischen oder mineralischen Düngung.

Der Integrierte Pflanzenschutz in noch strengerer Form in Bezug auf die dabei zulässigen Pflanzenschutzmittel ist ein Bestandteil des Biologischen Weinbaus. Weitere Einschränkungen bezüglich Düngung, noch restriktivere Handhabung mit komplettem Verzicht auf chemische Mittel führen zu noch umfassenderen Praktiken. Das ist bei den beiden Sonderformen Biodynamischer und Bioenergetischer Weinbau in unterschiedlichem Ausmaß der Fall.

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