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Das größte Weinlexikon der Welt

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Iran

Ein großer Teil von Persien gehörte in der Antike zu Mesopotamien, wo ja unter anderem der Ursprung der kultivierten Weinrebe und des Weinbaus vermutet wird. Über die „Erfindung des Weines“ gibt es eine schöne Sage in der Zeit des legendären persischen Königs Dschemschid, der rund 2.500 Jahre v. Chr. lebte. Nach dem griechischen Historiker Herodot (482-425 v. Chr.) sowie später bestätigt von Strabo wurde unter der Achaimeniden-Dynastie (559-331 v. Chr.) der Rausch bewusst eingesetzt, um über wichtige Fragen zu urteilen. Die gefassten Beschlüsse mussten im nüchternen Zustand bestätigt werden. Dies galt auch vice versa, denn in nüchternem Zustand getroffene Entscheidungen wurden in Trunkenheit nochmals bekräftigt. Zu dieser Zeit gab es auch je nach Anlass festgelegte Rationen für die Bevölkerung. So erhielten Frauen, die einen Sohn geboren hatten, zehn, bei einer Tochter hingegen nur fünf Liter Wein. Sogar den königlichen Pferden und Kamelen wurde Bier und Wein zugeteilt. Die arbeitende Bevölkerung erhielt fixe Monatsrationen an Wein, Männer 20 bis 30 und Frauen 10 Liter.

Trotz der moslemischen Machtübernahme im Jahre 641 und damit einhergehendem Alkoholverbot wurde weiterhin Wein produziert. Die Stadt Schiras nahe der alten Hauptstadt Persopolis war ein Weinzentrum und hatte den Ruf für feinste Weine im Mittleren Osten. Sie wird fälschlicherweise als Ursprung der Rebsorte Syrah genannt. In den Werken des Dichters Omar Khayyam (11. Jhdt) spielt Wein eine wichtige Rolle und der berühmte Lyriker Hafis (1324-1388) machte in seinen Versen dem Wein eine Liebeserklärung. Im 17. Jahrhundert wurde Wein bereits in Flaschen abgefüllt und nach Indien exportiert. Vom 17. bis zum 19. Jahrhundert wurde der Wein aus Schiras von englischen und französischen Reisenden immer wieder gelobt, zum Beispiel mit „Kein Teil der Welt hat besseren Wein als Shiraz“. Der am häufigsten beschriebene war ein süß (für längere Lagerung) oder trocken (für sofortigem Genuss) ausgebauter Weißwein. Nach einer Dokumentation eines englischen Reisenden wurde dieser mit Maischegärung erzeugt und eine Art Filtration durch Leinwandäcke vorgenommen. Dieser schreibt, „dass der Wein erst nach fünf Jahren ein feines Aroma und Bukett mit nusswürzigem Geschmack entfalte“.

Nach dem Exil von Schah Mohammad Reza Pahlavi (1919-1980) und der Machtergreifung durch das Ayatollah-Regime im Jahre 1979 kam der Weinbau im Iran sehr rasch völlig zum Erliegen. Im Jahre 2012 betrug die Rebfläche 226.000 Hektar (siehe dazu unter Wein-Produktionsmengen). Davon wird aber nicht einmal ein Prozent für die Weinproduktion genutzt und fast ausschließlich Tafeltrauben und Rosinen produziert. Wein als Basis für Alkohol dient hauptsächlich für medizinische (Medikamente) und industrielle Zwecke.

Weltweit größte Weinwissens-Datenbank, gemacht mit von unserem Autor Norbert Tischelmayer.

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