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Kammertbau

Bezeichnung für ein in Deutschland, vor allem in der südlichen Pfalz, bis Anfang des 20. Jahrhunderts gebräuchliches Erziehungssystem. Es geht auf ein bereits von den Römern praktiziertes System zurück. Bei diesen wurden auf vier senkrecht angeordnete Pfählen Balken gelegt, so dass eine Art Kammer enstanden ist.

Kammertbau

In der Fachliteratur des 18. und 19. Jahrhunderts wird diese Form detailliert beschrieben. Eine Kammertanlage bestand aus einem niedrigen Holztraggerüst mit 80 cm Höhe und „Kammern” von ca. 1,10 m Stützenabstand und ca. 0,80 m Zeilenbreite. Mit Längs- und Querlatten sprach man von geschlossenem, ohne Querlatten von offenem Kammertbau. Mehrere Rebzeilen bildeten einen „Schemel“, zwischen denen mit Gras bewachsene Gänge zum Materialtransport verblieben. Das Fruchtholz der Rebstöcke, die in ca. 80 cm Abstand in den Rebzeilen gepflanzt waren, wurde an den Längsbalken mit Bindeweiden befestigt. Ab dem Jahre 1860 wurden die Längsbalken durch Drähte ersetzt, und es entstanden die ersten Drahtrahmenanlagen. Die Drahtrahmensysteme verdrängten dann den Kammertbau. Siehe Aufstellungen unter Erziehungsform (Systeme) und Weingartenpflege (Tätigkeiten).

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