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Das größte Weinlexikon der Welt

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Kirche

Petrus als Papst (Peter Paul Rubens) In vielen Religionen spielt Wein eine wichtige und auch liturgische Rolle beim Gottesdienst. Er wurde seit Urzeiten als gottgefällige Opfergabe verwendet sowie als Medium verstanden, mit Gott oder den Göttern in mystische Verbindung zu treten. Bei vielen Völkern gab es eigene Weingötter, zum Beispiel den Bacchus bei den Römern und den Dionysos bei den Griechen. Auch in der Bibel gibt es zum Thema Wein an zahlreichen Stellen zum Teil umfangreiche Zitate. Ein zentraler Glaubenspunkt der römisch-katholischen Kirche ist die Umwandlung von Brot und Wein in Christi Fleisch und Blut im Rahmen der Eucharistie. Die Bereitung von Messwein war deshalb von Anfang an unverzichtbar für die Ausübung der Messe und eine diesbezüglich maßgebliche Motivation.

Viele Klöster haben sich deshalb dem Weinbau und der Weinbereitung professionell gewidmet. Viele heute noch bestehende Weinlagen haben ihren Ursprung in Klostergründungen des frühen Mittelalters. Dies haben vor allem die Orden der Benediktiner, Kartäuser und Zisterzienser in großem Umfang betrieben und damit den europäischen Weinbau maßgeblich beeinflusst. Auch bei der Missionarisierung in den Ländern der Neuen Welt war dies der Fall, denn zumeist wurden nach Ankunft in neuen Gebieten zuallererst die mitgebrachten Rebstöcke gepflanzt und Wein erzeugt. Hier waren es die Orden der Franziskaner in Kalifornien und Mexiko und der Jesuiten in Peru. Ebenso haben Mönchsorden entscheidend zur Kultivierung der Bierherstellung beigetragen; unter anderem die Paulaner (Paulanerbräu).

Schon im Frühmittelalter haben sich namhafte Vertreter der Kirchen immer wieder hauptsächlich aus moralischen Gründen in Wort und Schrift gegen exzessiven Alkoholkonsum und ausartendes Brauchtum der Trinkkultur eingesetzt. Besonders wurde der weit verbreitete Brauch des sogenannten Zutrinkens angeprangert. Unter anderem waren dies der Reformator Martin Luther (1483-1546), der Priester und Weinautor Johann Rasch (1540-1612) und der Prediger Abraham a Sancta Clara (1644-1709). Die in vielen Ländern bestehenden Alkoholverbote bzw. prohibitiven Gesetze waren oft religiös motiviert. In besonderem Maße trifft das für den Islam zu.

Unter maßgeblichen Einfluss von Napoleon Bonaparte (1769-1821) ist es ab dem Jahre 1803 in Mitteleuropa zu umfangreicher Enteignung und Säkularisierung (Verweltlichung) von in kirchlichem Besitz befindlichen Weingütern und Weinbergen gekommen. Geistliche Fürstentümer, Reichsabteien, Grafschaften, Ritterschaften und zum Teil aich geistliche Orden wurden aufgelöst, Kirchen und Klöster geplündert, Nonnen und Mönche vertrieben, sowie der adelige und geistliche Besitz enteignet und an neue Eigentümer versteigert. Das verursachte zwar mittelfristig einen schweren Rückschlag im Weinbau, war aber die Geburtsstunde vieler Weingüter.

Weltweit größte Weinwissens-Datenbank, gemacht mit von unserem Autor Norbert Tischelmayer.

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