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Kultural-Verfahren

Bezeichnung für die ab dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts angewendete Bekämpfungs-Art der Reblaus durch Injizieren von flüssigem Schwefelkohlenstoff (Kohlenstoffdisulfid) in den Boden mittels großer Spritzen. Die farblose, übelriechende Flüssigkeit wird durch Überleiten von Schwefeldämpfen über glühende Holzkohle gewonnen. Das Verfahren war schon beim Getreidekäfer erfolgreich gewesen und wurde gegen die Reblaus erstmals im Bordeaux durch den burgundischen Chemiker Baron Paul Thénard (1819-1884) im Jahre 1869 erprobt.

Bei den ersten Versuchen wurde das Mittel noch viel zu exzessiv angewendet, sodass nicht nur die Rebläuse, sondern auch alle anderen Lebewesen im Weingarten abgetötet wurden. Das Mittel war durch die giftigen Dämpfe auch nicht ungefährlich und sehr leicht entzündbar. In der Folge wurde dieses Verfahren dann in ganz Europa praktiziert. In Österreich machte sich diesbezüglich der Weinbaufachmann Franz Kober (1864-1943) verdient.

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