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La Rioja (Spanien)

Eine der 17 spanischen Regionen; siehe unter Rioja.

Geographisch stellt dieser wohl bekannteste Weinbaubereich Spaniens eine Besonderheit dar. Der Großteil der Rebflächen mit 62.000 Hektar liegt zwar in der nordostspanischen Provinz La Rioja, doch ein Teil davon befindet sich auch in den Provinzen Baskenland (Subzone Alavesa) und Navarra (Teile von Subzone Rioja Baja). Der Bereich besitzt eine sehr alte Weinbaugeschichte. Es sind zahlreiche in Stein gehauene Gärbecken erhalten, die einen Weinbau bereits in der Antike bezeugen. Typisch sind vor allem die in Rioja Alta in Ábalos, Briones und San Asensio vorkommenden Guardaviñas. Diese kuppelartigen Steinkonstruktionen wurden als Zufluchtsort für Weinbauern und ihre Nutztiere bei schlechtem Wetter sowie für die Überwachung der Ernten genutzt.

 Rioja (Rioja Alta) - Guardaviña (Schutzhütte) und Weinberg

Der Herkunftsbereich

Die Bemühungen um Herkunfts-Bezeichnung und auserlesene Qualität haben eine lange Tradition. Schon um das Jahr 1560 beschlossen die Winzer ein einheitliches Brandzeichen für ihre Fässer, um die Identität der Weine aus diesem Gebiet zu garantieren. Der Bürgermeister von Logroño verbot 1635 sogar den Verkehr von Fuhrwerken durch Straßen, an denen sich Weinkeller befanden. Dies erfolgte aus der Sorge, dass durch Fahrzeuge hervorgerufene Erschütterungen den Traubenmost verderben und den Reifeprozess der Weine beeinträchtigen könnten. Der erste schriftliche Hinweis auf eine Qualitätskontrolle stammt aus 1650. Im Jahre 1787 wurde die „Real Sociedad Económica de Cosecheros de Rioja“ (königlicher Wirtschaftsverband der Rioja-Winzer) gegründet, um Weinanbau, Weinbereitung und Weinhandel zu fördern. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts entstand in der Stadt Haro der Brauch der Batalla del Vino (Schlacht des Weines), dieses große Stadtfest wird bis heute jährlich gefeiert.

Einer der Rioja-Pioniere war Marqués Camilo Hurtado de Amézaga (1827-1888), der 1860 auf seinem Weingut eine Bodega nach Bordeaux-Vorbild errichtete und Reben aus dem Bordeaux anpflanzen ließ. Nach der Reblausinvasion Mitte des 19. Jahrhunderts wanderten viele französische Winzer in diese Gegend aus und gaben dem Weinbau französische Impulse. Im Jahre 1902 erfolgte ein königlicher Erlass mit der Definition der Herkunft für die Rioja-Weine und einer Etikettierungs-Regel. Ein 1926 gegründeter Kontrollrat erhielt die Aufgaben, das Rioja-Gebiet zu begrenzen, die Ausgabe eines „Garantiesiegels“ zu überwachen und den Namen Rioja zu schützen.

Im Jahre 1953 wurde der Kontrollrat der Herkunfts-Bezeichnung Rioja gegründet, der auf Grund von organoleptischen Proben und analytischen Untersuchungen prüft, ob der Wein den strengen Bestimmungen gerecht wird. Im Jahre 1991 verlieh ein Ministererlass dem Herkunftsgebiet Rioja das Attribut „calificada“ (qualifiziert) und erhob es so zur ersten höchsten spanischen Qualitätsstufe DOCa.

Der Name leitet sich vom Fluss Oja ab (Rio Oja). Der über 100 Kilometer lange große Bereich liegt an beiden Ufern des Ebro sowie an den Hängen der angrenzenden Hügel. Es herrscht ein mildes Klima mit kurzem Sommer und schönem Herbst vor. Die traditionelle Erziehungsform ist die buschförmige En Vaso (Gobelet), doch setzt sich immer mehr die Drahtrahmen-Erziehung durch. Der riesige Bereich Rioja wird in drei Subzonen gegliedert, die sich auch in den Bodenbedingungen und in der Weinqualität unterscheiden; als bester gilt Rioja Alta:

Rioja Alta
Die 24.000 Hektar Rebfläche umfassende Zone mit der Stadt Haro...

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