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Lambrusco

Der italienische Begriff (auch Lambrusca) bedeutet sinngemäß „wilde Rebe“. Schon der römische Autor Cato der Ältere (234-149 v. Chr.) erwähnte eine Lambruscosorte und bezeichnete sie als „Trecenaria“ (Dreihunderter), weil sie per Jugerum (entspricht einem Morgen) 300 Amphoren Wein erbrachte. Viele aus Wildreben selektierte und weitergezüchtete Sorten wurden als Lambrusco bezeichnet. Es handelt sich also um keine einzelne Rebsorte und auch um keine Rebsortenfamilie, sondern der Begriff wird in unzähligen Rebsortennamen und Synonymen verwendet. Die vielen Sorten sind zumeist gar nicht miteinander verwandt (dasselbe Phänomen gilt übrigens auch für die Namensgruppen Malvasia, Muskateller, Trebbiano und Vernaccia). Lambrusco-Sorten kommen besonders häufig in den Regionen Emilia-Romagna und Piemont, aber auch Apulien, Basilikata, Lombardei, Sizilien und Trentino-Südtirol vor. Der Begriff ist aber nicht nur in Rebsortennamen, sondern auch in DOC -Bezeichnungen enthalten, in einigen Fällen sind DOC- und Rebsortenname identisch.

Lambruscoweine wurden früher als Massenprodukt hergestellt und waren das typische Alltagsgetränk in italienischen Lokalen. Besonders in den USA waren vor allem süße Lambrusco in den späten 1970er- und 1980er Jahren populär. Im Jahre 1985 wurde der Höchstverbrauch von 13 Millionen Kisten erreicht. Es gab auch alkoholreduzierte und pasteurisierte Light-Versionen, die zu einem wahren Exportschlager wurden. Diese füllte man sogar in Aluminium-Dosen, um vor allem in den USA als Alternative zu Coca-Cola einen besseren Absatz zu erzielen. Seit einiger Zeit besinnt man sich aber wieder der Qualität. In Italien werden aus den Lambruscosorten vor allem fruchtiger Frizzante (Perlweine) oder Spumante nach der Méthode charmat (Tankgärung), aber auch viele Stillweine produziert. Die Gleichung „Lambrusco = Schaumwein“ ist deshalb irreführend.

Für die kostengünstige Herstellung von einfachen Lambrusco-Schaumweinen werden die Grundweine komplett vergoren und zwischengelagert. Für die Endfertigung wird in einem Drucktank RTK (Rektifiziertes Traubenmost-Konzentrat) und Hefen zugesetzt, das Gemisch bis zum gewünschten Restzuckergehalt vergoren und der Wein in Flaschen abgefüllt. Für die technisch wesentlich aufwändigere und kostenintensivere Herstellung von dadurch aromatischerem Qualitäts-Lambrusco wird nach dem Pressen der Most bis auf nahezu 0 °Celsius abgekühlt. Bei Bedarf wird der Traubenmost erwärmt, dann Hefen zugesetzt, die Gärung beim gewünschten Restzuckergehalt mittels Kälteschock unterbrochen und anschließend der Wein in Flaschen abgefüllt. Es gibt auch Mischvarianten. Mittels Flaschengärung (Champagnermethode) produzierte Lambrusco-Weine sind die Ausnahme.

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