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Luftfeuchtigkeit

Bezeichnung (auch Luftfeuchte) für den Anteil des Wasserdampfs am Gasgemisch der Erdatmosphäre oder in Räumen. Flüssiges Wasser wie zum Beispiel Regentropfen, Nebeltröpfchen, Eis oder Schneekristalle werden hingegen nicht dazugerechnet. Die Luftfeuchtigkeit ist einer der vielen Faktoren des Wetters bzw. im langfristigen Witterungsverlauf des Klimas. Von den freien Gewässeroberflächen (Flüsse, Seen, Meere) treten stets einzelne Wassermoleküle vom Wasservolumen in das Luftvolumen über. Unter absoluter Luftfeuchtigkeit versteht man die in einem Kubikmeter Luft enthaltene gasförmige Wasserdampfmenge, die üblicherweise in g/m3 dargestellt wird.

Das häufigst verwendete Maß aber ist die relative Luftfeuchtigkeit (rLF), das ist das Verhältnis der tatsächlich enthaltenen zur maximalen möglichen Menge des Wasserdampfes in der Luft, gemessen in %. Die Luft kann aber nur eine begrenzte Menge an Wasserdampf aufnehmen. Je wärmer die Luft, desto höher ist diese Sättigungsmenge: bei 40 °Celsius 50 g, bei 65 °Celsius 200 g und bei 100 °Celsius 600 g. Bei Überschreiten der Sättigungsmenge bilden sich durch Kondensation winzige Wassertröpfchen in Form von Nebel, sowie an bodennahen Oberflächen von Tau. Die Luftfeuchtigkeit ist eine wichtige Kenngröße für meteorologische Vorgänge. Eine relative Luftfeuchtigkeit zwischen 55 bis 65% ist für Menschen, Tiere und die meisten Pflanzen optimal.

Im Weinbau hat die Luftfeuchtigkeit große Bedeutung für das Wachstum der Reben. Durch ausreichende relative Luftfeuchtigkeit werden die Aufnahme von Nährstoffen und das Wachstum gesteigert, sowie die Abgabe von Wasser verringert. Pflanzen geben nämlich bei trockener Luft bzw. zu geringer relativer Luftfeuchtigkeit über die Blätter sehr viel Wasser ab, um dadurch die Luft abzukühlen. Durch diesen als Evaporation bezeichneten Vorgang kann es zu Wasserstress kommen. In der Regel wirkt sich während des Fruchtansatzes (Phase der Entwicklung der Blüten zu Beeren) eine hohe Luftfeuchtigkeit bei genügendem Sonnenlicht besonders am Nachmittag durch eine kontinuierliche Photosynthese mit optimaler Bildung von Zucker und Aromastoffen auf die Weinqualität positiv aus.

Solche Bedingungen gibt es zum Beispiel in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Regionen mit geringer Luftfeuchtigkeit weisen zumeist ein heißes Klima auf. Vermehrte Taubildung sowie hohe Luftfeuchtigkeit besonders in Verbindung mit hohen Temperaturen kann aber eine Reihe von Pilzkrankheiten begünstigen. Der kritische Wert für die Bildung von verschiedenen Schimmelpilzen liegt etwa um die 70% rLF. Auch für Lagerung und Reifung des Weins in Fass oder Flasche ist die Luftfeuchtigkeit von großer Bedeutung. Im Weinkeller beträgt der ideale Wert 70 bis 80%. Siehe dazu auch unter Alterung, Kellerschimmel, Flaschenreifung, Weinklimaschrank und Weintemperatur.

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