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Naturdünger

Bezeichnung für die natürlichen, organischen Stoffe (im Gegensatz zur zweiten großen Gruppe der künstlich erzeugten, mineralischen Stoffe) bei einer Düngung; siehe dort.

Bezeichnung für die Praxis in der Landwirtschaft, durch Zufuhr von Nährstoffen mineralischer und organischer Art einen Mangel im Boden auszugleichen. Der Name leitet sich von „Dung“ (Kot von Pflanzenfressern, vor allem der Huftiere) ab. Diese älteste Form eines Düngemittels wurde zumindest schon vor sechs Jahrtausenden verwendet. Eine gezielte Düngung begann im 18. Jahrhundert mit Holzasche, Kalk und Mergel. Um das Jahr 1840 wies der deutsche Chemiker Justus Liebig (1803-1873) die wachstumsfördernde Wirkung von Kalium, Phosphor und Stickstoff nach. Er schrieb in seinem Hauptwerk „Organische Chemie in ihrer Anwendung auf Agrikultur und Physiologie“: Der Boden muss im vollen Maße wiedererhalten, was ihm durch Ernten genommen wird.

Diese Grundsätze gelten natürlich auch für den Weinbau. Während des jährlichen Vegetationszyklus im Weingarten werden dem Boden große Mengen an Nährstoffen entzogen. Verluste entstehen durch Auswaschung (auf leichten Böden besonders von Bor, Kalium und Magnesium), Erosion (Bodenabtrag besonders in Hanglagen), gasförmigen Verlust (vor allem Stickstoff) und Festlegung (Bindung von Nährstoffen in nicht pflanzenverfügbarer Form), sowie durch die Traubenernte. Ein Rebstock mit etwa 200 Blättern erzeugt im jährlichen Vegetationszyklus rund ein halbes Kilo Trockensubstanz, das heißt Triebe, Blätter und Weintrauben. Innerhalb der EU gibt es gesetzlich festgelegte Düngeverordnungen für landwirtschaftlich genutzte Flächen.

Der Rebstock stellt im Gegensatz zu anderen Pflanzen weniger hohe Ansprüche an die Bodenfruchtbarkeit. Es ist ein Phänomen, das es viele berühmte Lagen mit Spitzenweinen gibt, die nicht selten einen relativ mageren Boden haben. Ein gewisser Nährstoffstress kann sich sogar sehr positiv auswirken. Dies bedeutet aber nicht, dass mit zunehmender Kargheit des Bodens automatisch die Weinqualität steigt. Ein Zuwenig (Mangel) ist ebenso negativ wie ein Zuviel (Überdüngung). Die erforderlichen Düngemaßnahmen müssen in der Regel alle fünf bis sechs Jahre durch Bodenuntersuchungen überprüft...

Weltweit größte Weinwissens-Datenbank, gemacht mit von unserem Autor Norbert Tischelmayer.

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