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Nematoden

Diese drehrunden und in Regel rund einen Millimeter (selten bis zu 12 mm) langen Fadenwürmer (Älchen, Spulwürmer, Trichinen) zählen zu den niederen Würmern. Im Gegensatz zu höher entwickelten Gliederwürmern (wie zum Beispiel der Regenwurm) besitzen sie keine Gefäße. Gewöhnlich gibt es Männchen und eierlegende Weibchen, aber vereinzelt auch eine geschlechtslose Jungfern-Zeugung (Pathenogese). Bis zur Geschlechtsreife werden vier Larven-Häutungen durchlaufen. Die Nahrungsaufnahme erfolgt durch einen hohlen Mundstachel, der sich beim Saugen rhythmisch bewegt. Sie leben mit zahlreichen Spezies im Boden und ernähren sich auch von Bakterien oder Pilzen, was in diesem Fall ein positives Element im ökologischen System eines Weingarten-Bodens darstellt.

Erst in den 1930er-Jahren wurden sie als Schädling der Weinrebe erkannt, bis dahin vermutete man fälschlicherweise die Reblaus. Im Weingärten kommen vor allem zwei Artengruppen vor, die direkt durch Fraßschäden und indirekt als Virenüberträger für den Rebstock sehr gefährlich sind. Als direkt schädigende Parasiten verursachen die Spezies Meloidogyne, Heterodera und Pratylenchus als Abwehrreaktion des Rebstocks an den Wurzelspitzen Gallen, die sie dann verzehren. Dies hat zwar nicht so gravierende Auswirkungen wie bei der Reblaus, führt aber zu Wasserstress und ungenügender Versorgung mit Nährstoffen. Diese Wurzelgallenälchen kommen vor allem in sandigem Boden vor. Die Spezies Longidorus maximus und Rotylenchus borealis stechen mit ihrem Mundstachel die Rebwurzeln ohne Gallenbildung direkt an, saugen daran und zerstören sie. Die Triebe bleiben in der Entwicklung zurück, im Extremfall stirbt der Rebstock ab. Von der Häufigkeit her sind diese Schäden aber eher gering. Die weitaus verheerendere Wirkung erfolgt indirekt, das heißt durch Übertragung von Viren.

Die Spezies Xiphinema index oder auf deutsch Stilettälchen (kommt nur an der Weinrebe vor) und Xiphinema vuittenezi übertragen den Grapevine fanleaf virus (GFV), die Spezies Xiphinema diversicaudatum den Arabis mosaic virus (ArMV), die beide die Reisigkrankheit bewirken. Als präventive Abwehrmaßnahme gilt vor allem die Verwendung nematodenresistenter Rebstock-Unterlagen. Das sind die amerikanischen Spezies Vitis acerifolia, Vitis champinii, Vitis cinerea und Vitis mustangensis. Eine früher übliche Bekämpfung durch Nematizide wie DBCP (Dibrom-Chlorpropan) ist jedoch im Weinbau nicht mehr zugelassen.

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