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Pasteur Louis

Der französische Wissenschaftler Louis Pasteur (1822-1895) erbrachte herausragende Leistungen in den Gebieten Physik, Chemie, Mikrobiologie, Agronomie und Medizin. Er wurde in der westfranzösischen Stadt Dôle im Département Jura geboren. Und zwar in genau jener Gegend, wo in der Appellation Château-Chalon der berühmte Vin Jaune hergestellt wird. Bereits 1857 gelang es ihm, die Beteiligung von Mikroorganismen bei der alkoholischen Gärung nachzuweisen. Bis dahin war der Vorgang unbekannt. Er erkannte 1861, dass Hefen in Gegenwart von Sauerstoff bzw. in aerober Umgebung viel weniger Zucker verbrauchen als in anaerobem Milieu. In diesem Zusammenhang wird auch vom „Pasteur-Effekt“ oder „Crabtree-Effekt“ gesprochen. Seine zahlreichen Untersuchungen von Fäulnis und Gärung brachten ihn zur Entdeckung von Mikroorganismen und im Jahre 1865 zu einem die Zersetzung verhütenden Verfahren, der nach ihm benannten Pasteurisierung.

Im Jahre 1863 beauftragte ihn Kaiser Napoleon III. (1808-1873), zu klären, warum so viel Wein durch Sauerwerden verdirbt. Blieb Wein zu lange offen an der Luft stehen, dann wurde er früher oder später unweigerlich zu Essig, doch die Ursache war damals noch nicht bekannt. Pasteur kehrte in seine Heimat in die Stadt Arbois zurück. Das dortige Familienhaus wurde zu einem Museum umgebaut. Die komplexen Gärungs-Vorgänge beim Vin Jaune, die bei diesem Wein große Bedeutung haben, hatten Pasteur schon immer fasziniert. Er stellte in zahlreichen Versuchen fest, dass zu viel Luftzufuhr und damit ausgelöste Oxidation die Ausbreitung von Bakterien aller Art begünstigt. Aber er wies auch nach, dass eine geringe Sauerstoffmenge die Weinentwicklung positiv beeinflussen kann.

Er entdeckte die für die Bildung der Essigsäure verantwortlichen Bakterien (Acetobacter). Seine daraus abgeleiteten Erkenntnisse über die enorme Wichtigkeit der Hygiene bei der Weinherstellung und die keimtötende Wirkung von Schwefel veränderten radikal die bis dahin üblichen Methoden und sind bis heute weltweit gültig. Im Jahre 1867 übernahm er den Lehrstuhl für organische Chemie an der Pariser Sorbonne. Im Auftrag der französischen Regierung erforschte er verschiedene Krankheiten der Seidenraupen und erkannte sie als Infektionskrankheiten. Ab 1876 widmete er sich dann vollständig human- und veterinärmedizinischen Fragen. Er entwickelte einen Impfstoff gegen die Geflügelcholera und machte damit die Impfung überhaupt erst zum allgemeinen Prinzip.

Auch bei der Bekämpfung der Reblaus war er beteiligt. Der Gartenbauexperte Léopold Laliman (1817-1897) übergab ihm Weine aus Amerikaner-Reben zwecks Analyse. Pasteur schlug dann 1874 vor, die Reblaus mit Bodenpilzen zu bekämpfen; die Idee wurde jedoch nie in der Praxis erprobt. Schließlich wurde er 1885 Vorsitzender der vom Landwirtschafts-Ministerium eingesetzten Reblauskommission. Seine zahlreichen Publikationen stehen in einem siebenbändigen Gesamtwerk zur Verfügung. Das sind Dissymétrie moléculaire; Fermentations et générations dites spontanées; Études sur le vinaigre et sur le vin; Études sur la maladie des vers à soie; Etudes sur la bière; Maladies virulentes, virus-vaccins et prophylaxie de la rage und Mélanges scientifiques et littéraires. Von Pasteur stammt auch die Aussage „Wein ist das gesündeste und hygienischste Getränk überhaupt.“

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