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Resistenz

Widerstandsfähigkeit eines lebenden Organismus gegen Schädigungen, insbesondere durch Infektionen und Vergiftungen, aber auch Umwelt-Bedingungen (im Unterschied dazu bedeutet Immunität einen kompletten Abwehrmechanismus bzw. Unempfindlichkeit). Im Weinbau sind es vor allem vier Punkte, bei denen (abhängig von Standort und Klima) eine Resistenz der Rebsorten sehr wichtig sind, das sind Pilze, Frost, Reblaus und Trockenheit (siehe dazu unter Dürre und Wasserstress). Oft wird in diesem Zusammenhang stattdessen auch der Begriff Toleranz verwendet. Pflanzen entwickeln oft in sehr langen Zeiträumen bis mehreren Jahrmillionen eine natürliche Resistenz gegen ihre Feinde, ein gutes Beispiel ist die Widerstandsfähigkeit bestimmter amerikanischer Rebsorten gegen die Reblaus, die mehrstufig ausgeprägt ist, oder gegen beide Arten des Mehltaus.

Eine Resistenz hängt einerseits davon ab, ob Krankheitserreger wie Bakterien oder Viren, Gifte oder auch Lebewesen die erforderlichen Lebensbedingungen vorfinden, sowie anderseits von Abwehreinrichtungen bzw. durch automatisch unmittelbar nach dem Befall erfolgende Abwehrmechanismen des betreffenden Organismus. Sie kann vollkommen bis schwach ausgeprägt sein. Pilztoleranz bezeichnet den Sachverhalt, dass sich der pilzliche Erreger auf der Wirtspflanze zwar vermehren kann, diese jedoch nicht oder nur in geringem Maße schädigt. Die Ursache sind Glucanasen und Chitinasen, das sind Teile des komplexen Abwehrmechanismus von Pflanzen. Sie spalten die Zellwandbausteine Glucan und Chitin, die in vielen pilzlichen Zellwänden vorkommen und hemmen bzw. unterbinden dadurch das Pilzwachstum. Eine ähnliche Wirkung haben die so genannten Phytoalexine, die bei Befall durch Mikroorganismen wie Pilzen oder Bakterien vom Rebstock als Abwehrreaktion selbst gebildet werden.

Bei der Züchtung neuer Rebsorten oder Unterlagen wird unter anderem großer Wert auf eine hohe Resistenz gegen Pilze und Virenstämme, gegen Schädlinge (bei Unterlagsreben vor allem bezüglich der Reblaus) und Frost-Beständigkeit gelegt. Pilzwiderstandsfähige Rebsorten sind besonders im Biologischen (Ökologischen) Weinbau gefragt und werden als PIWI-Sorten bezeichnet. Neue Möglichkeiten eröffnet die Gentechnik. Zum Beispiel wurden erfolgreiche Versuche durchgeführt, der Sorte Riesling zwei Gene der Gerste einzupflanzen und damit Pilzresistenz zu verleihen. Neben den großen Einsparungen an Rebschutz-Aufwendungen durch nicht erforderliche Bekämpfung mit Pestiziden und eingesparter Arbeitszeit sind die erzielbaren positiven Umweltschutz-Leistungen hervorzuheben. Siehe auch eine komplette Aufstellung aller Schädlinge und Krankheiten unter Rebstock-Feinde.

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