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Retz

Das heutige Weinbaugebiet Weinviertel in Niederösterreich war früher in die eigenständigen und nach den jeweiligen Haupt-Weinorten benannten zwei Weinbaubereiche Retz (im Westen) und Falkenstein bei Poysdorf (im Osten) geteilt. Schon im Jahre 1155 wurden Retzer Weingärten erstmals urkundlich erwähnt. Um 1200 soll der berühmte Minnesänger Walther von der Vogelweide (1170-1230) im Zehenthofkeller Retzer Weine genossen haben. Graf Berthold von Rabenswalde (1278-1312) ließ 1300 an den Ausläufern des Manhartsberges eine neue Stadt anlegen und verlegte seinen Sitz in diesen Ort, dies war die Geburtstunde von Retz. Die Stadt bekam später ein eigenes geschütztes Weinbaugebiet und entwickelte sich zum bedeutenden Weinhandels-Zentrum des Gebietes. Gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges marschierten im Jahre 1645 in Retz die Schweden ein. Von der Trinkfestigkeit des Kommandanten berichtet folgender Reim: Hauptmann Hensius aus Schwedenland, als größter Zecher wohlbekannt, soff in viereinhalb Monden bei zwanzig Eimer Wein, was für den Tag zwei Dutzend Viertel sein.

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