Registrieren Anmelden

Das größte Weinlexikon der Welt

22.455 Stichwörter • 50.081 Synonyme • 5.298 Übersetzungen • 7.934 Aussprachen • 143.718 Querverweise

0-9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Synonym

Bezeichnung für bedeutungsgleiche/ähnliche, jedoch lautlich verschiedene Wörter oder Begriffe. Zum Beispiel „Weinhauer, Weinbauer und Winzer“ oder „Besenwirtschaft, Buschenschank, Heckenwirtschaft, Heuriger und Straußwirtschaft“ oder „Böttcher und Küfer“ oder „Keltern und Pressen“. Wörter mit genau gleicher Bedeutung sind jedoch selten, oft besteht ein Sinn- oder Werteunterschied. Zum Beispiel „Kopf und Haupt“ oder „Heim und Wohnung“ oder „Rebe und Traube“. Besonders bei sehr alten, weit verbreiteten Rebsorten gibt es im Extremfall 30, 40, 50 und mehr lokale und regionale Synonyme für eine einzige Sorte und deren Spielarten. Oft handelt es sich dabei um Rebsortengruppen, unter denen Spielarten (nahezu identischeKlone oder Mutanten), aber auch ähnliche, nahe verwandte, jedoch genotypisch eigenständige Sorten zusammengefasst werden. Signifikante Beispiele sind Lambrusco, Malvasia, Muskateller, Pinot, Refosco, Trebbiano und Vernaccia (mit jeweils einer Aufstellung).

Umgekehrt wurden sich ähnliche oder gemeinsam in einem Weingarten stehende Sorten manchmal unter einem einzigen Namen (Homonym) zusammengefasst, obwohl es sich genotypisch um eigenständige Rebsorten handelt. Im weiteren Sinn sind für mehrere Rebsorten verwendete Synonyme auch gleichzeitig als Homonym zu verstehen. Die Grenze zwischen Sorten und Klonen ist ohne DNA-Analyse manches Mal schwer zu ziehen. Die Synonyme sind deshalb besonders bei alten Rebsorten mit großer Vorsicht zu betrachten. Häufig wurden gleiche oder ähnliche Synonyme für verschiedene Rebsorten verwendet. Das kann, muss aber keineswegs auf eine gleiche Identität oder Verwandtschaft hinweisen. Nicht selten werden Namen von eindeutig eigenständigen Sorten als Synonyme für andere verwendet. Das können morphologische Ähnlichkeiten in Traubenform, Farbe (z. B. Roussette als Namensteil) oder Form von Beeren (z. B. Olive, Kirsche), Trieben und Blättern sowie Geschmacks-Komponenten (knackige Beeren), Eigenschaften (z. B. Schuldenzahler) oder auch Herkunft (Bereich, Weinbaugebiet) sein.

Die Mehrfachvergabe von Namen liegt  zum Teil auch daran, dass früher viele Sorten als Gemischter Satz gemeinsam in Weingärten standen. Beispiele sind Elbling, Gouais Blanc und Orléans. Dadurch resultierten oft auch Verwechslungen und falsche Benennungen. Andere Ungenauigkeiten und mehrfache Verwendung von Namen für verschiedene Sorten sind auch auf mangelhafte Aufzeichnungen zurückzuführen. Im 19. Jahrhundert haben die Autoren immer wieder versucht, ihre lokalen Sorten mit den Sorten in der internationalen Literatur in Verbindung zu bringen, was oft ohne direkte Kenntnis der ausländischen Sorten geschah. So sind französische Sorten einfach ähnlichen Sorten in Österreich zugeordnet worden, weil man dachte, sie seien identisch.

Später stellte sich heraus, dass es verschiedene Sorten sind und die synonyme Zuweisung auf einer ursprünglichen Falschbenennung (Pseudonym) beruht. Synonyme können also immer nur Hinweise sein, und man braucht zusätzlich Sortenbeschreibungen, Bildtafeln und Rebpflanzen, um die korrekte Zuweisung zu einer Sorte prüfen zu können. An vielen Weinbau-Instituten weltweit wird heute mittels molekulargenetischer DNA-Analysen versucht, die vielen noch offenen Fragen zu klären, wozu aber lebendes Rebmaterial benötigt wird. Dieses ist aber oft falsch benannt und repräsentiert nicht immer die Sorte, deren Namen sie trägt.

Im vorliegenden Werk wurde nach bestem Wissen und Gewissen versucht, die genotypische Identität (das heißt „identisch mit der Rebsorte XY“) anzugeben oder noch bestehende Unklarheiten oder Vermutungen explizit zu erwähnen. Bei der Vielfalt der Rebsorten und der oft verwirrenden Verwandtschafts-Verhältnisse sind Unschärfen oder Fehler nicht auszuschließen. Aber nicht nur bei den Rebsorten, sondern allgemein beim Thema Weinbau gibt es für zahlreiche Begriffe viele Synonyme, die nicht nur von Land zu Land, sondern oft je Region und Ort unterschiedlich sind. Diesem Umstand wurde in diesem Werk Rechnung getragen und aus Gründen der Benutzer-Freundlichkeit bei vielen Begriffen die häufigsten Synonyme als eigenes Stichwort mit Verweis auf den Hauptnamen aufgenommen. Siehe zu diesem Thema auch unter Reben-Systematik, Spielart und Varietät.

Weltweit größte Weinwissens-Datenbank, gemacht mit von unserem Autor Norbert Tischelmayer.

Über das Glossar

Hinweis:

×
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.