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Tischtraube

Synonym für Tafeltraube; siehe dort.

Umgangssprachliche Bezeichnung von Rebsorten, die im Gegensatz zu den Keltertrauben vorwiegend als Esstrauben für den Frischverzehr oder für die Produktion von Rosinen angebaut werden. Schon die Griechen und Römer haben in der Antike spezielle Sorten mit besonders süßen und großen Beeren gezüchtet, die nicht nur bei den Besitzenden (neben den Feigen) sondern auch beim einfachen Volk das beliebteste und wichtigste Obst waren. Sie wurden nicht nur zum Verzehr, sondern auch als Süßungsmittel für Speisen und Getränke verwendet (siehe zu den Ess- und Trinkgewohnheiten auch unter Satyricon). Im Jahre 2012 wurden weltweit insgesamt 701 Millionen Doppelzentner (in Österreich Zentner = 100 kg) Trauben produziert. davon wurden 409 (58%) als Keltertrauben für Wein und Traubensaft, sowie 292 (42%) als Esstrauben, das heißt Tafeltrauben und Rosinen verwendet.

Die Esstrauben haben andere Qualitätskriterien als die für Wein bestimmten Keltertrauben. Das sind Lockerbeerigkeit, schöne Farbe, gleichmäßig große und möglichst kernlose bzw. kernarme saftige Beeren, dünne elastische Schale, langer Beerenstiel, festes Fruchtfleisch und Haltbarkeit für längeren Transport. Die Kernlosigkeit bewirkt auch negative Eigenschaften, die durch Dünge-, Bewässerungs- und wachstumsregulierende Maßnahmen verhindert werden. Zwecks großer Beeren werden Gibberelline eingesetzt. Ein früher Reifezeitpunkt ist erwünscht. Der Zuckergehalt sollte zumindest 130 g/kg Beeren betragen (55 °Oe oder 11 °KMW). In den letzten hundert Jahren wurden viele Neuzüchtungen mit den gewünschten Eigenschaften kreiert. Oft sind es hybride Kreuzungen von Europäer- mit Amerikaner-Reben. Die amerikanischen  bringen die gewünschte Resistenz gegen beide Mehltauarten ein. Nach der Ernte reifen Tafeltrauben als nichtklimakterische Früchte nicht nach.

Seit der EU-Weinmarktordnung 2000 unterliegen Tafeltrauben nicht mehr dem Weinrecht. Der Anbau ist damit nicht mehr an den Rebkataster der Weinproduktion gebunden und ist frei. Als Keltertrauben klassifizierte Trauben dürfen nicht als Tafeltrauben vermarktet werden. Eine Sorte ist entweder als Qualitätswein-Rebsorte oder als Tafeltraube klassifiziert. Es gibt aber auch so genannte Schnitttrauben, das sind Keltertrauben, die auch als Esstrauben vermarktet werden dürfen. Dies sind zum Beispiel Chasselas (Gutedel) und Schiava Grossa. Im Handel werden Tafeltrauben in den drei Klassen Extra (makellos), I...

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