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Ungarn

Ungarn hat eine sehr alte Weinbau-Kultur, denn Weine aus Sopron und Eger waren schon im 13. Jahrhundert ein Begriff. Die Griechen führten den Weinbau in Ungarn von Südosten her die Donau und deren Nebenfluss Theiß aufwärts und die Römer von Westen her über die Pannonische Ebene bis zum Plattensee ein. Trotz Hunnen-, Vandalen-, Goten-, Tataren- und Osmanen-Einfällen über viele Jahrhunderte hinweg wurde in diesem Gebiet immer Wein angebaut. Sogar die Osmanen, die den größten Teil des Landes rund 160 Jahre besetzt hielten, unterdrückten trotz Alkoholverbot den Weinbau nicht, nahmen gerne die Steuern dafür ein, aber die Entwicklung war in dieser Zeit gehemmt. Nach einer eher legendenhaften Überlieferung soll Kaiser Karl der Große (742–814) vom „Awarenwein“ so begeistert gewesen sein, dass er einige Reben nach Deutschland bringen ließ.

Vom ungarischen König Matthias Corvinus (1440-1490), der in seinen letzten fünf Lebensjahren in Wien (Österreich) residierte, ist die Aussage überliefert, „dass das ganze Volk Wein haben solle und die Weinbauern hoch zu achten seien“. Im Mittelalter spielte die Katholische Kirche wie in fast allen anderen Ländern auch in Ungarn eine tragende Rolle für die Verbreitung von Weinbau und Weinkultur. Entscheidend mit der Weingeschichte Ungarns verbunden ist der berühmte Tokajer. Nach der Reblaus-Katastrophe und den beiden Weltkriegen verlegte man sich auf die Produktion von Massenweinen. Seit den politischen Umwälzungen des Jahres 1989 und einer Neugründung des Weinbauverbandes ging es aber mit dem Weinbau wieder steil aufwärts.

Es herrscht mitteleuropäisches, kontinentales Klima mit heißen Sommern und kalten Wintern vor. Die geographische Breite entspricht dem französischen Burgund, was aromatische Weißweine ergibt. Rund 2.000 Stunden Sonnenschein jährlich begünstigen aber auch die Produktion von Rotweinen. Die vom Norden nach Süden fließende Donau teilt das Land in etwa zwei große Hälften. Mit dem Weingesetz von 1997 wurden 22 Weinbaugebiete definiert. Im Westen liegt Transdanubien, das von den Grenzen zu Österreich, Slowenien und Kroatien im Westen bis zur Donau reicht. Im Zentrum liegt der Balaton (Plattensee), der mit 591 km² größte See Mitteleuropas. Zusammen mit Neusiedlersee und Donau wird ein positiver klimatischer Einfluss auf den Weinbau ausgeübt. Transdanubien besteht aus vier Weinbauregionen mit 15 Weinbaugebieten:

Balaton (Plattensee)

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