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Verrieseln

Bezeichnung für mangelhafte oder nicht erfolgte Blüte bzw. Blütenabfall während bzw. kurz nach der Rebstockblüte. Andere Bezeichnungen sind Abröhren, Ausreisen, Ausrieseln und bei extremer Ausprägung Durchreisen oder Durchrieseln. Die Ursachen dafür sind witterungsbedingte Einflüsse wie Frost, Hagel und anhaltende Regenfälle sowie Chlorose. Ein Verrieseln kann aber auch durch Schädlinge wie Milben (Kräuselmilben) und Rebenthripse, Pilze wie Roter Brenner oder Botrytis sowie verschiedene Virenkrankheiten wie zum Beispiel besonders die Reisigkrankheit hervorgerufen werden. Begünstigt wird Verrieseln auch durch übermäßigen Einsatz im Weingarten an Stickstoff, Kupfer, Schwefel oder Phytohormonen. All dies bewirkt eine schwache Photosynthese und schlechte Kohlenhydrat-Versorgung im Pflanzengewebe und führt zu schlechtem Fruchtansatz.

Als Auswirkung kann es zu einer Verringerung des Normalansatzes bzw. Beerenanzahl am Traubengerüst mit extremer Lockerbeerigkeit und damit zu Ertragseinbußen bis zu 80% und mehr kommen. Ein moderates Ausrieseln kann aber durchaus positiv sein, da Rebsorten mit zu kompakten, dichtbeerigen Trauben zur Traubenfäule neigen. Eine mögliche Erscheinungsform des Verrieselns ist die Kleinbeerigkeit (frz. Millerandage) mit abnormal vielen kleinen, grünen und harten Beeren (Schrotkornbeeren) oder später reifenden sehr süßen Beeren. Bestimmte Rebsorten bzw. Klone oder Unterlagen sind besonders für Verrieseln und Kleinbeerigkeit anfällig.

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