Registrieren Anmelden

Das größte Weinlexikon der Welt

22.546 Stichwörter • 49.250 Synonyme • 5.290 Übersetzungen • 7.929 Aussprachen • 146.380 Querverweise

0-9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Wiederverkostung

Jede auch noch so professionelle Weinbewertung kann nur eine Momentaufnahme des gegenwärtigen Entwicklungszustands eines Weines sein. Da sich ein Wein im Verlaufe seines Lebenszyklus entwickelt bzw. verändert (zum Schlechteren oder zum Besseren), ist eine nochmalige bzw. gegebenenfalls auch mehrmalige Verkostung notwendig. Dabei werden die bei der ersten Verkostung getätigten Prognosen überprüft, die Veränderungen festgestellt und dokumentiert. Da so ein Prozess sehr aufwändig ist, verzichten die meisten Weinkritiker auf eine Wieder- bzw. Mehrfachverkostung. Regelmäßig durchgeführt wird dies zum Beispiel (bei einem Teil der Weine) von Robert Parker und seinem Team, bzw. bein der deutschen Wein-Internet-Plattform Wein-Plus.

Üblicherweise übergeben die Produzenten zumindest zwei Flaschen zu Verkostung bzw. wird bei festgestellten Qualitätsmängeln eine Konterflasche zwecks Konterprobe (Gegenprobe) angefordert. Damit soll ausgeschlossen werden, dass innerhalb einer großen Partie von Weinen nur vielleicht eine Flasche diesen Fehler aufweist, also das allbekannte Phänomen einer Flaschenvarianz gegeben ist. Wird die Konterprobe nicht benötigt (was zumeist der Fall ist), wandert sie ins Archiv. Alle Weine, deren Entwicklung sich zu verfolgen lohnt (also hauptsächlich langlebige Weine mit zu erwartender langer Haltbarkeit, die auf eine lange Reifezeit angelegt sind) werden dann nach einigen Jahren erneut verkostet und die Veränderungen dokumentiert. Bei Wein-Plus ist das wie folgt geregelt:

Jeder Wein wird ausführlich beschrieben und erhält eine Prognose über den voraussichtlich besten Trinkzeitraum. Dies entspricht auch dem oft und gleichbedeutend verwendeten Begriff Trinkreife (dies ist ja nicht „stichtagsbezogen“, sondern erstreckt sich über einen längeren Zeitraum). Dies entspricht keineswegs einer eindeutigen Haltbarkeitsinformation, sondern gibt lediglich Auskunft, in welchem Zeitraum sich ein Wein bei normaler Lagerung voraussichtlich am vorteilhaftesten präsentiert. Eine Jahresangabe bedeutet immer, dass er sich zumindest bis zum Ende des angegebenen Jahres in guter Form präsentieren wird.

Viele Weine bleiben weit über das angegebene Datum hinaus in guter Form, es wird jedoch keine weitere positive Entwicklung erwartet. Auch mit größter Erfahrung bleiben diese Angaben stets Schätzungen, es gibt immer wieder positive wie negative Überraschungen, zumal die Entwicklung sehr stark von den jeweiligen Lagerbedingungen abhängt. Laufend erfolgen jedoch Wiederverkostungen (Nachproben) älterer Weine, von denen die meisten die Prognosen bestätigen. Siehe auch unter Weinbewertung und Weinansprache.

Weltweit größte Weinwissens-Datenbank, gemacht mit von unserem Autor Norbert Tischelmayer.

Über das Glossar

Kalender Veranstaltungen in deiner Nähe

Hinweis:

×
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.